Über den Heimatkundler hinter cityguide2go
Wer tiefer schaut, entdeckt mehr.
Mein Name ist Edmund Kupczak. Eigentlich wollte ich Geschichte studieren – doch Anfang der 1990er Jahre fehlte mir da noch die Zukunftsperspektive. So bin ich bei der Rechtswissenschaft gelandet und habe fast zwei Jahrzehnte in Tübingen gelebt, gearbeitet und in einem Anwaltsbüro mein Brot verdient.
Die Leidenschaft für Geschichte, Heimatforschung und alte Baukultur hat mich trotzdem nie losgelassen. Nebenher drehte ich zwei Filme – einen über meinen damaligen Wohnort Hirschau zum 800-jährigen Ortsjubiläum und einen über die Stadt Tübingen. Beide wurden über das Rathaus bzw. den Bürger- und Verkehrsverein angeboten. Der Tübingen-Film entstand sogar viersprachig: auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch – jeweils mit Muttersprachlerinnen. Den deutschen Text habe ich damals noch selbst eingesprochen – das überlasse ich heute anderen, damit ich mich ganz auf die Inhalte konzentrieren kann.
Seit 2010 bin ich nun zurück in meiner alten Heimat Celle. Hier schlägt mein Herz für die Lüneburger Heide und natürlich für die Celler Stadtgeschichte – für Fachwerkdetails, vergessene Inschriften und übersehene Spuren zwischen Giebeln und Gassen.
cityguide2go ist mein Weg, dieses Wissen zugänglich zu machen – fundiert recherchiert, aber lebendig erzählt.
Alle Touren, Texte und Bildmaterialien beruhen auf echter Recherchearbeit: Ich stütze mich insbesondere auf historische Karten, Archivquellen, Bauuntersuchungen, Zeitungsausschnitte und persönliche Gespräche. Ich erfinde keine Geschichten – ich entdecke sie. Und erzähle sie so, dass sie auch gehört werden wollen.
Celle ist der Ausgangspunkt, aber längst nicht das Ende. Auch Stadtführer für Lüneburg, Goslar und andere Orte sind in Planung. Doch vorerst gilt mein ganzer Fokus der Celler Altstadt – dort gibt es noch viel zu berichten.
Fragen an den Heimatkundler
Wie entstehen die Dialoge für die Audio-Touren?
Die Dialoge sind so ausgearbeitet, dass sie wie echte Gespräche wirken – lebendig, angenehm und getragen von sympathischen Stimmen mit Charakter. Meine beiden Sprecher habe ich sorgfältig ausgewählt, damit alles natürlich und authentisch klingt. Ganz ohne Nacharbeit geht es aber leider trotzdem nicht: Der Dialog zum Hoppener Haus (Teil 1) mit seinen 45 Minuten war erst nach rund 10 oder 12 Stunden fertig – und das allein für die deutsche Version. Aber die Arbeit macht Freude. Besonders, wenn ich am Ende wieder über das fröhliche Lachen von Lisa schmunzeln kann.
Was unterscheidet Ihre Touren von anderen Stadtführungen?
Ich erzähle keine Anekdoten um der Unterhaltung willen. Alles basiert auf seriösen Quellen – aber dennoch wird es nie trocken. Geschichte darf auch Freude machen, solange sie stimmt.
Sie sind ja auch bekannt aus Ihren Veröffentlichungen im Sachsenspiegel?
Ja, das freut mich besonders. Der Sachsenspiegel ist eine traditionsreiche Seite in der Celleschen Zeitung, auf der seit Jahrzehnten fundierte Beiträge zur Regionalgeschichte erscheinen. Der Autorenkreis ist klein und bewusst überschaubar gehalten – die Ansprüche an Recherche, sprachliche Sorgfalt und historische Einordnung sind hoch. Dass ich dort mitwirken durfte, werte ich als Anerkennung meiner Arbeit. Einige Leute kennen meinen Namen vielleicht daher bereits – für andere ist es ein schöner Hinweis darauf, dass auch meine Audio-Touren mit derselben Gründlichkeit entstehen.
Warum machen Sie das alles?
Weil ich überzeugt bin, dass in den scheinbar kleinen Dingen oft die spannendsten Geschichten stecken. Und weil es mich glücklich macht, wenn andere anfangen, mit neuen Augen durch ihre Stadt zu gehen.
Wie lange brauchen Sie für eine Tour?
Das lässt sich schwer sagen – manchmal entdecke ich auf einem alten Foto ein Detail, das eine neue Recherchespur eröffnet. Qualität braucht Zeit. Aber sie lohnt sich.
Was ist als Nächstes geplant?
Erst einmal weitere Stationen in Celle. Und dann vielleicht Lüneburg oder Goslar. Aber wie immer: mit Ruhe, Sorgfalt – und einem offenen Blick für das Unerwartete.